Kinesiotape – Ursprung

Entwickelt wurde diese Methode vor etwas mehr als dreißig Jahren von dem japanischen Chiropraktiker Kenzo Kase. Dieser suchte nach einer Möglichkeit, um Schmerzen auf natürliche Weise ohne Medikamente zu lindern. Hierzu verwendete er zunächst hautfarbene Klebestreifen, die er zuerst an Sumoringern testete, da bei diesen ein erhöhtes Verletzungspotential besteht. 1987 wandte er diese Methode sogar an seinem Hund, einem Chihuahua, an, als dieser von einem weitaus größeren Hund gebissen wurde, um seine Schmerzen zu lindern.

Das Kinesiotape ist eine spezielle Tape‐Behandlung, die bei Erkrankungen wie Muskelverspannungen und Gelenkbeschwerden aber auch beim Lymphödem gut eingesetzt werden kann.

Es ergänzt dabei viele Behandlungstechniken wie z.B. die Krankengymnastik, die manuelle Therapie oder die Massage. Das Prinzip ist einfach und effektiv:

Durch das Kinesiotape wird die Haut an der erkrankten Stelle wellenförmig angehoben. Aufgrund der entstehenden Hautreizung wird die Lymph- und Blutzirkulation im Gewebe stimuliert, die Muskelspannung wird gesenkt und der Schmerz lässt nach.

Das Kinesiotape unterscheidet sich grundsätzlich von den bisher bekannten Methoden des Bandagierens und Verbindens.

Es ist im Gegensatz zum herkömmlichen Tape elastisch und schränkt den Patienten so in deiner Bewegung nicht ein. Das Kinesiotape ist auf Baumwollbasis mit einer Acrylbeschichtung gefertigt und beinhaltet keine Arzneistoffe. Seine Wirkung beruht einzig auf der Anlegetechnik und ist somit sehr schonend. Ein Kinesiotapeverband wird auf die trockene, fettfreie Haut aufgeklebt und verbleibt 5 bis 14 Tage. Der Patient kann mit Tape duschen und seiner Berufstätigkeit nachgehen.

Sicher haben auch Sie im privaten und beruflichen Umfeld oder zuletzt bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2019 (es wird geschätzt, dass inzwischen sogar dreißig bis vierzig Prozent der Teilnehmer Kinesiotaping verwenden) die bunten Tapeverbände registriert.

Die möglichen Effekte können eingeteilt werden in:

  • Muskelfunktionsverbesserung durch Tonusregulierung
  • Hemmungen im Blutkreislauf und Lymphabflussbehebung
  • Schmerzlinderung
  • Unterstützung der Gelenkfunktion durch: Propriosensorische Stimulation
  • Korrektur der Bewegungsrichtung
  • Verbesserung der Stabilität
  • Segmentale Beeinflussung

Kinesiotape – Kosten

Eine Behandlung mit Kinesiotape wird nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen und muss vom Patienten selbst gezahlt werden. Der Preis für das Tapen kann zwischen 6 Euro und 20,40 Euro liegen, je nach Größe des Gelenkes, Zeitaufwand und Materialverbrauch. Viele Privatkassen erstatten die Kosten.

Manche Patienten sind dazu übergegangen, sich selbst zu tapen. Kinesiotaping gehört in die Hände erfahrener Therapeuten. Die Haut benötigt eine bestimmte Spannung, damit das Taping funktionieren kann. Wenn man die Tapes allerdings selbst aufbringt, wird durch das Verdrehen beim Aufkleben das darunterliegende Gewebe unter eine falsche Spannung gesetzt.
Zur Efektivität eines Kinesiotapeverbandes sind gute anatomische Kenntnisse wichtig. Deshalb gehört das Taping in die Hand von erfahrenen Ärzten, Sportwissenschaftlern und Physiotherapeuten.