Erkrankung

Die Malaria ist eine in den Tropen und Subtropen verbreitete lebensgefährliche Infektionskrankheit mit einem in den roten Blutkörperchen parasitierendem Erreger, der Gattung Plasmodium. Es werden mehrere Arten der Plasmodien unterschieden. Besonders gefährlich ist das Plasmodium falciparum, das die besonders gefährliche Form, die Malaria tropica hervorruft.

Jährlich sterben weltweit nach wie vor ungefähr 600.000 Menschen an Malaria, 90% davon im tropischen Afrika. Die Überträgerin des Parasiten ist die dämmerungs- und nachtaktive weibliche Stechmücke der Gattung Anopheles.

Die ersten Krankheitssymptome ähneln einer schweren Grippe. Das heißt, das „Leitsymptom“ ist hohes Fieber bei Menschen, die sich in einem Gebiet aufgehalten haben, in dem Malaria vorkommt. Alle Malariaarten sind gut behandelbar. Bei sofortiger Behandlung ist die Gefahr zu versterben gering. Die Diagnose gelingt Malariaspezialisten meist problemlos. Allerdings steigt die Gefahr an Malaria zu versterben bei verzögertem (mehr als einen Tag) Behandlungsbeginn dramatisch an. Unbehandelt endet die Malaria tropica bei mindestens der Hälfte der Mitteleuropäer tödlich. Man verstirbt letztlich an einem Multiorganversagen.

Malaria kommt in vielen tropischen und subtropischen Gebieten vor. In Deutschland, Österreich und in der Schweiz findet seit langer Zeit keine Übertragung statt. Theoretisch wäre eine Übertragung auch in Deutschland wieder denkbar. Die besonderen Risikogebiete sind vor allem Afrika südlich der Sahara, Papua Neuguinea und einige Gebiete Südamerikas (amazonasnahe Gebiete von Französisch Guayana, Guayana, Surinam und Venezuela).

Prophylaxeempfehlung

Es gibt keine Impfung gegen Malaria. Die Vorbeugung (Prophylaxe) gegen Malaria erfolgt auf drei Arten: Die wichtigste und immer anzuwenden ist die sogenannte Expositionsprophylaxe. Das heißt, man versucht den Stich der Anophelesmücke zu verhindern. Die zweite Möglichkeit ist, dass man während des Aufenthaltes in einem Malariagebiet und kurz vorher und einige Zeit danach ein Malariamedikament einnimmt und die dritte Vorbeugungsart ist, dass man ein Malariamedikament mitnimmt und sofort bei Fieber anwendet.

Expositionsprophylaxe:

Diese Methode ist definitiv die wichtigste Malaria-Verhütung.

  • Bedecken der Haut (insbesondere in der Dämmerung und nachts) durch langärmelige Kleidung, keine kurzen Hosen, keine kurzärmeligen Hemden usw.
  • Imprägnierung der Kleidung mit Insektiziden z.B. Permethrin (Nobite®). Achtung: Giftig für Wasserorganismen und Katzen.
  • Verwendung von insektenabwehrenden Mitteln, sogenannten Repellents auf der Haut (z.B. Autan®, Nobite®).
  • Verwendung von Insektengittern vor den Fenstern.
  • Verwendung von Moskitonetzen.

Die Expositionsprophylaxe ist sowohl für den Schutz des einzelnen Reisenden essenziell, als sie auch insgesamt zu einem relativen Zurückdrängen der Malaria beigetragen hat. Die wirksamste Maßnahme ist das Verteilen von permethringetränkten Moskitonetzen.

Die Expositionsprophylaxe schützt nicht nur vor Malaria, sondern auch vor anderen durch Arthropoden übertragbare Erkrankungen z.B. Dengue Fieber, Chikungunya-Fieber, Zika-Virus u.a.)

Permanente Prophylaxe (Chemoprophylaxe):

Das Prinzip besteht darin, ein Malariamedikament nach einem bestimmten Schema schon kurz vor dem Aufenthalt in einem Malariagebiet und einige Zeit danach dauerhaft einzunehmen. Medikamente, die dafür in Frage kommen sind Atovaquon/Proguanil, Doxicyclin und Mefloquin.

Notfallselbstmedikation (NSM):

Das Prinzip besteht darin, ein Malariamedikament mit sich zu führen und dann einzunehmen, wenn man in einem Malariagebiet, frühestens nach 6 Tagen (solange dauert die Inkubationszeit) hohes Fieber entwickelt.

Diese Notfallselbstmedikation hat unbestritten Vorteile. Bei korrekter Nutzung sind bisher keine Todesfälle aufgetreten.

Allerdings ist in Gebieten, in denen das Malariarisiko sehr hoch ist, weiterhin die permanente Prophylaxe empfohlen. Die Entscheidung für permanente Prophylaxe und Notfallselbstmedikation sollte also nach Absprache mit dem Arzt unter Berücksichtigung der einschlägigen Leitlinien, nicht aus dem Bauch heraus oder aus Bequemlichkeit, erfolgen.

Als Medikamente kommen wieder die für die permanente Prophylaxe empfohlenen Atovaquon/Proguanil, Doxicyclin und Mefloquin in Frage. Bei gegebener Verfügbarkeit ist aber sicher Atovaquon/Proguanil das Mittel der Wahl.

Besonderheiten

Der Aufenthalt in Malariaendemiegebieten (also, in Gebieten in denen Malaria vorkommt) ist auch heute noch mit einem Risiko behaftet. Durch geeignete Maßnahmen lässt sich das Risiko aber verringern. Die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme ist die Expositionsprophylaxe.

  • Vor der Reise ärztliche Beratung in Anspruch nehmen
  • Vor der Reise sämtliche Maßnahmen für eine „Expositionsprophylaxe“ in ausreichendem Ausmaß planen und die Mittel mitnehmen.(Kleidung, Repellents, Moskitonetze usw.)
  • Vor der Reise an Leitlinien orientierte medikamentöse permanente Prophylaxe oder Notfallselbstmedikation planen und ausreichende Mengen des geeigneten Medikamentes mitnehmen.
  • Im Falle von Fieber, das frühestens 6 Tage nach Einreise in ein Malariagebiet auftritt, an Malaria denken,
  • Notfallselbstmedikation einnehmen und einen Arzt aufsuchen.